Auslandssemester: Was alles schief lief

4. September 2017
Werbung - Heute schwelge ich ein bisschen in Erinnerung, denn inzwischen ist es schon 2 ganze Jahre her, seitdem ich mich in den Flieger gesetzt habe und Deutschland für ein halbes Jahr verlassen habe. Ich schau mir inzwischen immer wieder gerne die Bilder an, die ich dort gemacht habe und denke mir manchmal:  "Mist, warum hast du nicht mehr gemacht?". Man hat immer versucht die schönen Momente in einem anderem Land einzufangen, aber wenn man dann eine Zeit dort lebt, stumpft man tatsächlich ein bisschen ab und sieht alles als selbstverständlich an. Sehr gefährlich, dass kann ich euch sagen! Und vor allem nach der Reise bemerkt man erst, was für wahnsinnige Sachen man eigentlich erlebt hat und wie toll die ganze Zeit war!

AUSLANDSSEMSTER: Was in den USA alles schief lief

Tatsächlich ist es aber Fakt, dass man sich bei einer Reise meistens im Nachhinein nur an die wunderschönen Momente zurückdenkt. Die, die schief liefen, werden einfach "ausradiert - was manchmal auch keine schlechte Option ist 😅. Gemeinsam mit der Produktlinie FriXion von Pilot Pen hab ich mal über die Momente nachgedacht, die ich gerne lieber wieder ausradiert hätte. D

Um sich gleichermaßen an die guten UND an die schlechten Momente zu erinnern, habe ich versucht vor Ort ein kleines Reisetagebuch zu schreiben. Täglich war teilweise etwas schwierig, da manchmal in einer Woche auch nicht viel passiert ist, oder es ist genau anders herum gekommen und einfach zu viel passiert. Dennoch bin ich wirklich froh, dass ich mir damals die Mühe gemacht habe - so kann man doch immer noch ein bisschen in Erinnerung schwelgen 😌. Das gute ist: Wenn man sich mal verschrieben hatte oder es sich dann im Nachhinein doch noch etwas am Plan ändert, kann man mit den FriXion Stiften von Pilot Pen das Geschriebene einfach wieder wegradieren. Durch die Hitze der Reibung, klappt das ganz einfach.

AUSLANDSSEMSTER: Was in den USA alles schief lief

Da ich euch in den vorigen Postings immer nur meine super genialen Momente über mein Semester im Ausland gezeigt habe, find ich, dass es auch mal an der Zeit ist, über die nicht so coolen Momente zu berichten, um euch auch mal ein authentisches Bild davon zu geben, was es eigentlich heißt ein halbes Jahr im Ausland zu leben. Vollständigkeitshalber sollte ich noch sagen, dass ich in Kalifornien in den USA mein Semester verbracht habe. In anderen Ländern können solche Erlebnisse natürlich variieren 😄.



1. Den passenden Ort finden

Das erste, was für mich persönlich beim Auslandssemester fest stand, war das Land, wohin ich möchte. Die USA. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Zwar nicht so fancy, wie Australien zu dem Zeitpunkt war, aber ich wollte einfach von Bauch aus dorthin. Mein Uni hatte zu dem Zeitpunkt eine Partnerschaft mit einer Universität an der Ostküste, nämlich Orlando, Florida. Ich war ziemlich begeistert und habe schon einige Wochen vor Bewerbunsgsschluss alles meine Unterlagen sortiert und fertig gemacht. Motivationsschreiben, Lebenslauf, Noten etc. - bis ich dann auf dem Stuhl bei der Beraterin bei meiner Uni saß und die mir mitteilte, dass die Partnerschaft noch fälschlicher Weise auf der Website angezeigt wird und diese im Moment still steht.

BUMM. Traum geplatzt. - Meint man. Denn nach dem Motto "Ausprobieren - Wegradieren" habe ich mir nach meiner Enttäuschung einfach selber die Arbeit gemacht und mein Auslandssemester selber zusammen gesucht und erstellt. Nach ein paar Wochen stand das neue Ziel fest: Fullerton, Kalifornien. Und siehe da, im Nachhinein bin ich doch ganz froh um den "Wegradier-Moment".
Fazit: Sei flexibel!


AUSLANDSSEMSTER: Was in den USA alles schief liefAUSLANDSSEMSTER: Was in den USA alles schief lief


2. Eine passende WG finden

Etwas schwierig gestaltete es sich auch, von Deutschland aus die passende Wohnunterkunft zu finden, die einerseits nicht vollständig über das Budget geht und wo man einfach wieder aus dem Vertrag heraus kommt. Dafür habe ich mir die verschiedenen Unterbringungsmöglichkeiten der Universität angesehen, da gab es die Möglichkeiten von Dorms, Villages und Houses. Man hat von Anfang an überhaupt keine Ahnung, was einen erwartet und soll am besten schon heute buchen. Schwierig nur, wenn es dann bis zu $ 1000 pro Monat kostet. Vorteil: Man hat alles da und muss sich um nichts kümmern. Nachteil: Halloho, das Geld nimmt man lieber zum Reisen! Solche Unterkünfte würde ich nur im absoluten Notfall in Betracht ziehen. Außerdem muss man schnell sein. Daher habe ich mich bei Craigslist umgesehen - dem ebay Kleinanzeigen der USA, mit dem Website-Stand von 2000 (die Seite ist echt furchtbar!). Dort kann man ganz sinnvoll nach einer WG suchen - bloß aber aufpassen, es gibt auch viele Fake-Angebote. Am besten mit den Leuten vor Ort schon einige Zeit schreiben und skypen.

So habe ich dann auch meine Unterkunft, fast um die Hälfte günstiger als die Dorms, in nächster Nähe zur Universität gefunden. Und die Mitbewohner klangen auch ganz nett. Lange Geschichte, kurzes Fazit: Es war die seltsamste WG in der ich je gewohnt habe. Von "die Mitbewohnerin ist verschwunden" über "die Polizei ist gerade hier" bis zu "warum ist mein XY verschwunden?" war einfach alles dabei.
Gute Erfahrungen habe ich von Leuten gehört, die in Gast-Familien gegangen sind. Sie hatten tolle Leute, eine wirklich fast "richtige" Familie und auch Vorteile, die eben die Einheimischen nur kannten. Jedoch meist etwas weiter weg von der Uni.
Fazit: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Am besten Leute mit Erfahrung fragen!


AUSLANDSSEMSTER: Was in den USA alles schief lief

3. Es ist wie in Deutschland, nur in Amerika.

Ja, so können einen auch in einem anderem Land die Dinge passieren, die hier auch passieren. krank werden (da hatte ich Glück!), Sachen verlieren (meine Bankkarte), oder gar Sachen kaputt machen. So ist mir an einem wunderschönem Tag in Hollywood mein schönes Handy runtergekracht und hat es komplett zerstört. Glücklicherweise hatte ich eine externe SD-Karte drin, sodass ich die Fotos noch retten konnte.

Auch wenn sich das erstmal nach einem harten Schicksals-Schlag anhört, alles halb so schlimm: Es gibt super viele Reparatur-Dienste in den USA, die auch nicht so teuer sind. Und weil mein Handy vorher schon rumgesponnen hat, hatte ich auch ein älteres Ersatzhandy dabei (welches ich dann natürlich auch fallen lassen hab... aber es war noch benutzbar).
Fazit: Es ist nicht so schlimm, wie man im ersten Moment denkt. Durchatmen, das wird schon wieder!

AUSLANDSSEMSTER: Was in den USA alles schief lief


4. Mein größter Party-Fail aka Las Vegas.

Ein anderer Moment, den ich gerne aus meinen Gedanken radiert habe, war die eine Partynacht in Las Vegas. Wir waren eigentlich zu Viert, doch nur ich und eine Freundin wollten feiern gehen. Das haben wir auch gemacht und wir sahen echt super aus. Gleich in den Club gekommen, nicht gewartet, mit den ersten Leuten unterhalten. Und gleich von Anfang an war mir unwohl  - denn man wurde behandelt, wie ein Stück Fleisch. Eingegrabscht, an den unsäglichsten Stellen, einfach umarmt oder weggezogen. Daher hatte ich an dem Abend auch meine Freundin verloren, die natürlich kein Handy dabei hatte. Nach einer Stunde suchen hab ich es aufgegeben und bin gegangen, in der Hoffnung, sie sei schon wieder im Hotel. War sie natürlich nicht, aber sie kam dann ein Glück später nach!
Das war schon eine echt unschöne und teilweise echt widerliche Erfahrung.

Aber hey: Man muss nicht immer alles aus den Gedanken wegradieren: Als mein Freund zu mir kam und wir unseren Roadtrip gemacht haben, waren wir auch nochmal in Vegas feiern. Und es war super cool!
Fazit: Nochmal überlegen, was falsch gelaufen ist und mit neuem Tatendrang es nochmal probieren.


AUSLANDSSEMSTER: Was in den USA alles schief lief

5....?

Eigentlich wollte ich euch 5 Momente aufzeigen, die schief gelaufen sind. Aber ich muss beim 5. schon Tatsache echt überlegen. Denn auch wenn man manches verdrängt, die schönen Momente überwiegen einfach so viel mehr! Man findet neue Freunde, lernt die (teilweise schrägen) Kulturen kennen und lernt noch so viel mehr fürs Leben.

AUSLANDSSEMSTER: Was in den USA alles schief lief

Auch wenn es sich abgedroschen anhört: Durch die Erfahrung verändert man sich und denkt über viele Dinge einfach anders im Leben. Und dazu gehören auch die schlechten Momente. Denn auch die prägen einem im ungemeinen.
Fazit: Vielleicht sollte man nicht nur immer die blöden Momente ausradieren, sondern davon lernen und es beim nächsten mal besser machen. Und wenn es doch mal ganz doof kommt (wie in Las Vegas) dann ausprobieren und wegradieren. 


MerkenMerken

6 Kommentare:

  1. Hey,
    danke für den Erfahrungsbericht. Es ist wohl immer so, dass es negative Momente gibt, aber ich glaube, du erinnerst dich doch mehr an die Positiven :).
    Liebste Grüße!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Lieben Dank für deinen Kommentar:) absolut! Und aus den schlechten Momenten einfach lernen, um beim nächsten mal vorbereitet zu sein 😄

      Löschen
  2. Ahh, ein wirklich super toller Post, Liebes! Ich möchte später auch unbedingt mal ein Auslandssemester machen :)

    Viele liebe Grüße, Julia ☾ | www.serendipityblog.de

    AntwortenLöschen
  3. Ein toller Post, echt gut geschrieben! :)

    LG von schneegloeckchen21.blogspot.de

    AntwortenLöschen
  4. Von mir noch ein Tipp: "Must Do's" sind hilfreich und mögen super sein aber manchmal lohnt es sich, auf den ein oder anderen Punkt zu verzichten. Bestes Beispiel: Alle rannten im Morgengrauen auf einen Hügel, um die gigantischen Himalayas bei Sonnenaufgang "vom besten Platz" aus zu sehen. Ich blieb zurück, der "Run" war mir zu doof. Was ich davon hatte? Ich stand in der Morgendämmerung ganz allein oberhalb eines nepalesischen Dorfes. Plötzlich fing ein Mann (auf dem Weg zum Feld) an zu singen. DAS war mein persönlicher Gänsehautmoment.

    LG

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Da hast du wohl absolut recht! Manchmal sollte man auch auf jeden Fall den Moment einfach genießen! Klingt echt toll, was du erlebt hast!

      Löschen